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Die Geburtsstunde des Chores der Secundaria/ Preparatoria des Colegio Alemán Xochimilco fand,
wer würde es glauben, in einer Geschichtsstunde Anfang des Schuljahres 2005/ 06 statt.
Als Geschichtslehrerin, neu an der Schule, berichtete ich einer Oberstufenklasse
was ich sonst noch neben Geschichte studiert hatte, nämlich Musik, und dass ich seit meiner Studienzeit
schon einige Erfahrungen als Chorleiterin, besonders mit Jugendlichen, gesammelt hatte.
Eine Woche später sprachen mich einige Schülerinnen an, ob ich nicht Lust hätte,
an dieser Schule einen Chor zu gründen. Und das war der wundersame und schöne Anfang einer Singgemeinschaft,
die mittlerweile deutsche und mexikanische Schülerinnen und Schüler fast aller Alterstufen, einschließlich Primaria,
umfasst, ebenso Verwaltungspersonal, Lehrer und Eltern.
Seit fast einem Jahr haben wir uns von Klassik über Jazz zu Rock und Pop durchgesungen,
lernten Mozartwerke, Gospels, Spirituals, deutsche und mexikanische Klassiker, Jazzstandards
und verschiedene Kanons kennen.
Ein Repertoireüberblick zeigt, dass wir bisher auf Spanisch,
Englisch, Italienisch, Lateinisch, Deutsch und Österreichisch gesungen haben.
Aber was bedeutet es in diesem Chor zu singen?
Ist es ein Zusammentreffen verschiedener Stimmen und Stimmgattungen, die der Chorleiter
ordnet und stimmlich schult, um einen gemeinsamen Einheitsklang zu erreichen, ein
Musikstück zu interpretieren und den Zuhörern nahe zu bringen? Sicherlich. Aber nicht nur.
Chorprobe bedeutet hier auch die Ausdauer, bestimmte Passagen zehn Mal zu wiederholen, den Mut,
auch etwas außergewöhnliche Aufwärmübungen mitzumachen, die Bereitschaft, immer weiter und mehr zu lernen,
Fehler zu akzeptieren, Tiefen zu erkunden, Höhen zu erklimmen, Musik zu machen und zu interpretieren, die Geduld,
einer anderen Stimmgruppe zuzuhören, bis sie ihren Part zu Ende geübt hat, die Solidarität, zu Extra-Chorproben
(Freitagnachmittag!) zu kommen und trotz aller Schwierigkeiten immer noch zu lachen.
All das lernt der Chor und hat er auch in diesem Schuljahr geleistet.
Die Zusammensetzung des Chores gibt uns die Möglichkeit, uns von anderen Seiten besser kennen zu lernen.
Schüler - Lehrer – Eltern – Schule bauen durch den Gesang eine Brücke, nach innen und nach außen.
Die gemeinsamen, intensiven Proben und die Konzerte und das damit verbundene Lampenfieber geben uns die
Möglichkeit einander näher zu kommen und uns besser zu verstehen.
Gemeinsam versuchen wir, und das mit viel Fleiß und Enthusiasmus,
eine musikalische Kultur zu vermitteln, die aus zwei verschiedenen Kulturbereichen kommt.
Ich hoffe und wünsche mir, dass wir diesen Weg in diesem Schuljahr 2006/ 07 zusammen weitergehen,
mit dem Chor da weitermachen, wo wir vor den Ferien aufgehört haben und viele weitere Musikfreunde
für unseren Chor begeistern können, denn: "Ich kann nicht singen!" gilt nicht.
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